ELASTISCHE PFLANZEN UND SAMEN


Ist nun Der, Welcher erschafft, etwa gleich dem, der nichts erschafft? Bedenkt ihr es denn nicht? Und wenn ihr die Gnaden Allahs aufzählen wolltet, ihr könntet sie nicht beziffern. Allah ist wahrlich verzeihend und barmherzig. (Quran, 16:17-18)

Jede Pflanze ist den klimatischen Bedingungen angepaßt, unter denen sie lebt. Pflanzen in trockenen Zonen haben Eigenschaften, die anderen Pflanzen in gemäßigten Zonen fehlen. Aus diesem Grund kann man nicht erwarten, daß eine Pflanze aus einer trockenen Zone im tropischen Regenwald überleben könnte, und umgekehrt auch nicht, daß eine Pflanze aus dem tropischen Regenwald in der Arktis überleben könnte, denn alle Eigenschaften der Tropenpflanze, wie die Blattgröße und die Widerstandsfähigkeit des Samens, sind dem besonderen Klima dieser Region angepaßt. Manche Pflanzen haben jedoch eine verblüffende Fähigkeit, unerwartet harten Bedingungen zu widerstehen. Pflanzen sollten in der Lage sein, heißes Wetter, starke Regenfälle oder strengen Frost zu überstehen. Manche Pflanzen tun dies, indem sie in einen „Winterschlaf“ verfallen.



Eine Wasserpflanze kann nicht in der Wüste leben, und eine Pflanze, die an ein trockenes Klima gewöhnt ist, kann nicht im Regenwald leben. Jede der abgebildeten Pflanzen ist für ein Leben unter anderen Klimabedingungen erschaffen worden.

Der “Dornröschenschlaf” des Samens


Deren Samen steigern ihre Fähigkeit, widrige Umweltbedingungen zu überstehen, indem sie ihre Stoffwechselfunktionen verlangsamen und in einen tiefen Schlaf fallen. Er beginnt mit einer Phase der Austrocknung. Der Same verliert Gewebeflüssigkeit. Pflanzengewebe besteht zu 90 bis 95% aus Wasser, doch der Wasseranteil des Samens beträgt nur 5 bis 15%. Der Austrocknungsprozess findet in einem genau definierten Zeitintervall statt und wird genetisch gesteuert. Hauptverantwortlich für diesen Prozeß ist die Abscisilsäure,43 ein Hormon, das das Pflanzenwachstum und die inneren Funktionen des Samens verlangsamt. Die Zellatmung eines schlafenden Samens ist reduziert, und er kann weder Nährstoffe aufnehmen, noch wachsen.44




Ein durch eine wasserdichte Hülle geschützter Embryo kann manchmal weit weg von der Mutterpflanze keimen, er befindet sich während seiner Reise in einem Schlafstadium. Wenn beispielsweise die Kastanie und die Sojabohne ihr Ziel erreicht haben, können sie noch monatelang inaktiv bleiben. Der Same braucht seine Wartezeit, was durch eine ganze Reihe komplexer Prozesse erreicht wird. Diese Strategie stellt sicher, daß die Keimung zum günstigsten Zeitpunkt in der geeignetsten Umgebung erfolgt, denn einmal begonnen, gibt es keinen Weg zurück. Sind die äußeren Bedingungen unvorteilhaft, kann der empfindliche Keimling nicht überleben. Das Schlafstadium des Samens ermöglicht eine Verringerung dieses Risikos.

Manche Samen können über Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte in diesem Schlaf verharren, bevor sie keimen, um das Überleben der Art auch unter schwersten Bedingungen sicherzustellen.45

Wie konnte eine so wichtige Eigenschaft entstehen? Wenn die Bedingungen schlechter werden, wie kann ein unter der Erde befindlicher Same das feststellen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen? Ein Same hat weder Augen, noch einer Uhr, noch ein Nervensystem. Wie kann er also wissen, daß es Zeit ist, in den Ruhezustand zu fallen?

Mit Behauptungen wie: „Pflanzen haben Mechanismen entwickelt, die ihr Überleben unter schwierigen Bedingungen garantieren“, versuchen Evolutionisten zu erklären, daß manche Pflanzen auf diese Weise ihr Überleben sichergestellt haben.

Doch dieser Satz enthält keine sinnvolle Aussage, denn natürlich ist es für einen Baum nicht machbar, selbst ein solches Bedürfnis zu fühlen und sich ein System auszudenken, mit dem seine Samen in den Ruhezustand fallen, diesen Mechanismus zu installieren und dann die notwendige genetische Information in die Zellen zu bringen, damit sie an künftige Generationen weitergegeben werden kann. Solch eine Annahme ist unwissenschaftlich und irrational.

Eine andere Geschichte, die Evolutionisten sich zusammenspinnen, ist diese: „Während des Evolutionsprozesses bekam jede Pflanzenart Daten über die Umweltbedingungen und lud sie in ihren Speicher. Die Information wurde verdichtet und im genetischen Material codiert. Die Samen erwarben die Fähigkeit zu „erkennen“, daß die Jahreszeiten aufeinander folgen, Art und Qualität des Bodens zu beurteilen, ob fließendes Wasser und konkurrierende Arten in der Nähe sind und ob es genügend Platz für sie gibt, sich auszubreiten.“ 46

Denkt man ein wenig über diese Aussagen nach, wird leicht erkennbar, daß auch diese Hypothesen extrem unlogisch sind. Eine Pflanze hat keinen Speicher, in den sie Umweltdaten laden könnte. Wie soll eine Pflanze, die sich des genetischen Materials, das sie besitzt, nicht einmal bewußt ist, diesem neue Informationen hinzufügen? Abgesehen davon ist eine Pflanze nicht intelligent und sie hat kein Bewußtsein, wie soll sie also ihre Umwelt „erkennen“? Solche Behauptungen sind Märchen, ausgedacht von Evolutionisten, die nicht zugeben wollen, daß alle Pflanzen von Gott erschaffen worden sind.

An einem weiteren Punkt wird deutlich, wie unhaltbar die Behauptungen der Evolutionisten sind. Ihnen zufolge haben die Pflanzen ihre Eigenschaften in einer Abfolge sich über Millionen Jahre hinziehender zufälliger Veränderungen erworben. Also müssen Millionen Jahre vergangen sein, bevor bestimmte Pflanzen die Fähigkeit erwarben, ihre Samen in einen „Winterschlaf“ zu schicken. In der Zwischenzeit aber müßten die Pflanzen über so viele Jahre oftmals schwerste Bedingungen ausgehalten haben. Das hätte keine Pflanze geschafft. Wenn ein Same einmal zu keimen begonnnen hat, kann er nicht überleben, wenn die Bedingungen zu schlecht sind.

Angesichts dieser Realitäten hätte dem ersten Samen, der unter harten Bedingungen existieren mußte, ein außerordentlicher Zufall zu Hilfe kommen müssen, man sollte besser von einem Wunder sprechen. Für jeden mit gesundem Menschenverstand ist klar, daß das nicht möglich ist. Keine Information hätte dem genetischen Code der Pflanze hinzugefügt werden können, selbst wenn man Millionen oder Milliarden Jahre warten würde. Samen können nicht durch Zufall Fähigkeiten erwerben, weder die des Ruhezustands, noch irgendwelche anderen, doch das ist das einzige Argument, das die Evolutionisten vorbringen.Pflanzen und die Samen die sie hervorbringen, sind von Gott perfekt erschaffen worden, mit allen ihren heute vorhandenen Eigenschaften.

Ist nun Der, Welcher erschafft, etwa gleich dem, der nichts erschafft? Bedenkt ihr es denn nicht? Und wenn ihr die Gnaden Allahs aufzählen wolltet, ihr könntet sie nicht beziffern. Allah ist wahrlich verzeihend und barmherzig. (Quran, 16:17-18)


Die Vorhersagen der Lupine


Die Lupine, ursprünglich aus der arktischen Tundra stammend, kann das Wetter vorhersagen. Wenn die Bedingungen ungeeignet sind, keimt sie nicht und wartet unter der Erde im Ruhezustand, bis das Wetter besser wird.



Die Lupine erzeugt Samen (unten), die über Jahre hinweg im gefrorenen Boden überleben können, ohne daß sie verderben würden.

Der Same dieser Pflanze kann nur in dem warmen Wetter heranwachsen, das nur wenige Monate im Jahr vorherrscht. Wenn die Samen fühlen, daß es noch nicht warm genug ist, geschieht ein Wunder: Selbst wenn die anderen Umweltbedingungen stimmen, warten sie in dem gefrorenen Boden auf wärmere Temperaturen. Erst wenn alle Bedingungen richtig sind, ganz gleich, wieviel Zeit vergangen ist, beginnen die Lupinensamen, sich zu entwickeln. Es wurden tatsächlich Lupinensamen in Felsspalten entdeckt, die dort Hunderte Jahre überlebt hatten ohne zu keimen oder zu verfaulen.47

Wie kann der Same unter der Erde Informationen über die Außenwelt bekommen? Kann ein Same wissen, was über der Erde vor sich geht, und zwar so viel wissen, daß er das Wetter vorhersagen kann? Ein Mechanismus in ihm informiert den Samen über die Situation, und der er hört plötzlich auf, sich zu entwickeln, verhält sich, als habe er von irgendwoher eine Anweisung bekommen? Wie ist dieses System entstanden? Hat die Pflanze es sich selbst ausgedacht und die notwendigen biologischen Systeme etabliert?

Offensichtlich ist eine Pflanze in der Lage solch ein Talent zu entwickeln. Als die erste Pflanze auftauchte, war dieses Talent schon in der genetischen Information des Samens kodiert. Aufgrund dieser genetischen Kodierung kann die Lupine ihre Entwicklung anhalten, wenn das Wetter zu kalt wird, doch eine Pflanzenzelle kann derartige Informationen nicht von selbst kodieren. Ganz gleich, wie lang der von Evolutionisten propagierte Entwicklungsprozess auch dauern mag, und ganz gleich, was für Ereignisse während dieses Prozesses eintreten, Pflanzen können keine System entwickeln, das sie über die Wetterbedingungen informiert.


Weitere Pflanzenarten


In einem 1879 an der Michigan State University durchgeführten Experiment wurden die Samen verschiedene Pflanzenarten in Gefäße verpackt und vergraben. Regelmäßig wurden Versuche unternommen, sie zum Keimen zu bringen. In den 1980er Jahren, mehr als ein Jahrhundert nach diesen Versuchen, keimten manche der Samen. Während einer ähnlichen Studie in Dänemark wurde beobachtet, daß im Ruhezustand befindliche Samen aus einem 850 Jahre alten Grab zu keimen begannen.48

Auch Samen der Mimosa glomerata, die 220 Jahre in einem Herbarium aufbewahrt worden waren, keimten, sobald sie mit Wasser durchtränkt wurden. Ein weiteres Beispiel für solch widerstandsfähige Samen ist die der Albizia julibrissin. Die im Herbarium des Britischen Museums aufbewahrten 147 Jahre alten Samen keimten 1942 Während des zweiten Weltkriegs, als das Gebäude in Brand geriet und sie mit dem bei der Brandbekämpfung eingesetzten Feuerlöschwasser in Berührung kamen.49

Aufgrund der niedrigen Temperaturen in der Tundra braucht organische Materie länger zum Zerfall. Deswegen können manche Samen unter Permafrostbedingungen 10000 Jahre überleben und sie keimen, wenn sie im Labor der richtigen Wärme und Feuchtigkeit ausgesetzt werden.50



Die Samen des Perlenbaumes erinnern an Rosenkranzperlen – klein, hart, poliert und metallisch. Sie können noch keimen, nachdem sie 600 Jahre im Boden verbracht haben. (Grains de Vie, S. 68.)

 
Ein Same hat eine harte Außenhaut mit einer gewissen Menge an Nährstoffen darin. Ganz sicher ist es ein Wunder, daß er ein System enthält, mit dem er Temperaturen fühlen und Informationen aus der Außenwelt erhalten, die Information beurteilen und entsprechend handeln kann.

Folgt man jedoch den Evolutionisten, dann haben die Samen dieses System nur mit Hilfe des Zufalls entwickelt. Ihren Behauptungen zufolge sind sich Samen sogar bewußt, daß widrige Bedingungen nach ihrer Keimung ihr Wachstum behindern werden. Sie wissen, was sie tun müssen, um ihre Entwicklung anzuhalten, wenn sie entsprechende Bedingungen fühlen und um sie fortzusetzen, wenn die Temperatur das gewünschte Niveau erreicht hat.



Wenn Sie die Pflanzen Ihrer Umgebung betrachten, vergessen Sie niemals, daß sie aus Samen entstanden sind, die wie kleine Holzsplitter aussehen und Ihnen eine Bestätigung Ihres Glaubens liefern.

Natürlich sind solche Behauptungen Unsinn. Die Samen selbst tun diese Dinge nicht. Ein Stück Zellulose hat keine Intelligenz und kein Wissen, Vorhersagen zu treffen und entsprechend zu handeln. So kann man diesen außergewöhnlichen Mechanismus in den Samen kaum als das Produkt des Zufalls erklären, wie es die Evolutionstheorie versucht. Samen sind besonders mit diesen Eigenschaften von Gott erschaffen, um harten Umweltbedingungen widerstehen zu können.

Es kann keinen Zweifel daran geben, daß Gott, der Herr der Welten, in den Samen Zeichen Seiner Existenz und Seiner überlegenen Schöpfung offenbart. Gott erschafft alles, was Er will, einzigartig. Er allein erschafft.
Derart ist Allah, euer Herr! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge. So dient Ihm alleine. Er ist der Hüter aller Dinge. Kein Blick erfaßt Ihn. Er aber erfaßt alle Blicke. Und Er ist der Unfaßbare, der Kundige. (Quran, 6:102-103)

 

 

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43. Brenckmann, Grains de Vie, S. 68.
44. Musa Ozet, Osman Arpaci, Biyoloji 2 (Biology 2), Surat Publications, S. 138.
45. Wilkins, Plantwatching, S. 46.
46. Brenckmann, Grains de Vie, S. 68.
47. Attenborough, The Private Life of Plants, S. 37-38.
48. Solomon, Berg, Martin, Villie, Biology, S. 680.
49. Wilkins, Plantwatching, S. 46-47.
50. John King, Reaching for the Sun, Cambridge University Press, Cambridge: 1977, S. 117.

 

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